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Pensionskassen erklärt

Hier steht fast alles, was Sie über Pensionskassen wissen sollten.

Das Schlechte vorab: Leider wird das Thema immer wichtiger.

Die gestiegene Lebenserwartung und der hohe Anteil Rentnerinnen und Rentner hat dazu geführt, dass die AHV hoch defizitär ist. Dies hat die Bedeutung und den Druck auf die Pensionskassen erhöht. Aber auch diesen bereitet die demografische Entwicklung Schwierigkeiten.

Im Verhältnis weniger Arbeitnehmende und mehr Pensionierte: dies führt dazu, dass auch die PK-Guthaben tendenziell gekürzt werden. Umso wichtiger ist es, dass Sie für Ihre Mitarbeitenden (und auch sich selbst natürlich) das Maximum herausholen. Scheinbar kleine Unterschiede können sich über die Dauer eines ganzes Erwerbslebens mit Zins und Zinseszinsen zu einer ordentlichen Summe anhäufen – und Ihnen eine Frühpensionierung ermöglichen oder eben nicht.

Egal, ob Sie CEO oder CFO sind, Mitglied einer Vorsorgekommission, im HR arbeiten oder «nur» angestellt: Es lohnt sich das Thema intern anzusprechen. Falls Sie Fragen haben oder Argumentationshilfe benötigen, sind wir selbstverständlich gerne für Sie da.

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Einige wichtige Begriffe zum Thema Vorsorge einfach erklärt

Aktienanteil >

Technischer Zins >

Unterdeckung >

Versicherungsmodell >

Verwaltungskosten >

Aktienanteil

Pensionskassen legen die ihnen anvertrauten Gelder an. Ein wichtiges Unterscheidungskriterium ist der Anlagemix, besonders der Anteil an Aktien. Je höher dieser ist, desto höher ist auch die langfristig zu erwartende Rendite. Damit steigt aber auch die Fluktuation und das Risiko. Besonders, wenn eine Pensionskasse eine tiefe Deckung (siehe Unterdeckung) aufweist, kann ein hoher Aktienanteil riskant sein.

Technischer Zins

Eine kalkulatorische Grösse. Angestellte bezahlen ihre Pensionskassenbeiträge monatlich ein und erhalten darauf einen Zins. Bei der Pensionierung wird das gesamte Guthaben einer Person (samt Zins und Zinseszins) entweder ausbezahlt (Kapitalbezug) oder in eine Rente umgewandelt. Die grosse Frage dabei ist: Wie hoch ist die Rendite, welche die Pensionskasse auf diesem Guthaben weiterhin erwirtschaften kann? Dieser Zins wird ja nicht mehr dem Guthaben der Versicherten zugeschrieben (diese erhalten eine fix definierte Rente), sondern fliesst an die Pensionskasse.

Achtung also: ein hoher technischer Zins bedeutet nicht, dass Sie höhere Auszahlungen erhalten. Sondern, dass die Pensionskassen für sich mit höheren Einnahmen rechnen. Er führt auch dazu, dass die Deckung (siehe Unterdeckung) höher erscheint. Es lohnt sich also, zu prüfen, mit welchem technischen Zinssatz eine Pensionskasse rechnet.

Unterdeckung

Bei teilautonomen Lösungen (siehe Versicherungsmodell) tragen Pensionskassen Anlagerisiken selbst. Umso wichtiger ist also, dass sie über genügend Kapital verfügen und zum Beispiel einen Börsencrash gut wegstecken können. Das Verhältnis zwischen allen Aktiven (Aktien, Obligationen, Immobilien etc.) und den Forderungen der Versicherten nennt man Deckungsgrad. Je höher dieser ist, desto solider ist eine Pensionskasse aufgestellt. Sobald er unter 100% fällt, kommt es zu Sanierungsmassnahmen, welche für die Versicherten schmerzhafte Einbussen bringen können.

Versicherungsmodell

Als Unternehmen haben Siedie Wahl des Vorsorgemodells für Ihre PK-Guthaben. Dabei stehen Ihnen dei Optionen zur Auswahl:


1. Vollversicherung

Die Pensionskasse ist verpflichtet, die obligatorischen Altersguthaben zum gesetzlichen Minimalzins zu verzinsen – auch wenn sie selbst eine tiefere Rendite erzielt haben, im Überobligatorium ist die Vollversicherung in der Verzinsung frei und war in der Vergangenheit bescheiden. Als Versicherte tragen Sie kein Risiko. Auch eine Unterdeckung ist nicht möglich, da die Pensionskasse eine Vorsorgeleistung zu 100 Prozent garantiert. Vermeintlich sind Vollversicherungen die sicherste Lösung, aber oft ist die Rendite bei ihnen sehr tief. Wir empfehlen sie nicht – nur schon aus dem Grund, dass die meisten Schweizer Versicherungen selbst ihre eigenen PK-Guthaben nicht in diesem Modell verwalten.

2. Teilautonome Lösungen
Hier übertragen die Pensionskassen das Risiko von Todesfall und Invalidität an eine Versicherung und haften für Anlageschwankungen selbst. Damit steigen aber auch Anlagechancen bei einer positiven Entwicklung an den Finanzmärkten. In guten Jahren fliesst ein Teil des Ertrags in eine Reserve, so dass Verluste abgefedert werden. Bei teilautonomen Pensionskassen ist der Deckungsgrad (siehe Unterdeckung) sehr wichtig.

3. Autonome Pensionskassen
Eine Lösung vor allem für Grossunternehmen: eine autonome Pensionskasse trägt auch das Todesfall- und Invaliditätsrisiko ihrer Mitglieder selbst und sichert z.B. Hinterbliebene ab. Das Risiko tragen das Unternehmen und seine Mitarbeitenden.

Versicherungsmodell

Pensionskassen verwalten Geld. Viel Geld. In der Schweiz sind es rund 1’000 Milliarden Franken. Dieses Geld stecken sie in Anlagen wie Aktien, Obligationen tc. Das verursacht Arbeit und damit Aufand. Die Verwaltungskosten werden den Versicherten vom Lohn abgezogen – die Unterschiede hier sind beträchtlich Es lohnt sich also, nicht nur Rendite und Deckung zu vergleichen, sondern auch darauf zu achten, wie efizient die Vermögensverwaltung einer Pensionskasse ist.

Haben Sie weitere Fragen zur Vorsorge?

So komplex Vorsorge auch ist: Wir können sie Ihnen verständlich erklären. Zögern Sie nicht, wenn Sie Fragen zur zweiten Säule oder zu Pensionskassen haben. Gerne beraten wir Sie auch umfassend und persönlich.

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