Pensionskassen 2017-04-26T06:45:14+00:00

Pensionskassen

Die Pensionskasse sichert zusammen mit der AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung) nicht nur das Einkommen im Alter. Ergänzend zur Invalidenversicherung IV zahlt die Pensionskasse auch bei Invalidität und im Falle eines Todes eine Rente an Sie oder Ihre Angehörigen aus. Grundsätzlich geht man davon aus, dass die Altersrenten der AHV und der Pensionskasse zusammengenommen rund 60 Prozent des letzten versicherten Lohnes betragen sollten.

Doch warum sind mit der obligatorischen Altersvorsorge nur rund 60 Prozent des versicherten Lohnes gedeckt? Da Sie nach der Pensionierung keine Lohnabzüge mehr bezahlen müssen, steht Ihnen automatisch mehr Geld zur Verfügung. Die Abzüge für die AHV/IV, für die Arbeitslosenversicherung ALV, für die Mutterschafts- und Militär-Erwerbsersatzversicherung EO und für die Pensionskasse fallen weg. Zudem haben Sie auch keine Berufsauslagen mehr. Deshalb sichert laut dem Gesetzgeber bereits eine Rente von 60 Prozent Ihren bisherigen Lebensstandard. Mit der freiwilligen 3. Säule können Sie die Altersrente jedoch zusätzlich erhöhen.

Die 3. Säule ist eine individuelle Vorsorgelösung, die Banken und Versicherungen steuerbegünstigt anbieten können. Die AHV und die IV bilden die 1. Säule des Drei-Säulen-Systems der Schweiz. Sie haben die Sicherung des Existenzbedarfs zum Ziel. Die Pensionskassen bilden die 2. Säule und sollen ermöglichen, dass Pensionierte ihren gewohnten Lebensstandard beibehalten können.

Während Sie die 3. Säule frei wählen können, entscheidet in der 2. Säule Ihr Arbeitgeber, bei welcher Pensionskasse Sie versichert sind. Die Abreitnehmer können allerdings über die Vorsorgekommission Einfluss auf ihre Pensionskasse nehmen.

Bei einer Pensionskasse ist jedoch nur obligatorisch versichert, wer das Minimalalter überschritten hat, einer Tätigkeit bei einem Arbeitgeber nachgeht und mehr als 21 060 Franken im Jahr verdient. Das Minimalalter für das Alterssparen beträgt 25 Jahre. Es beginnt am 1. Januar nach dem 24. Geburtstag. Bereits ab dem 1. Januar nach dem 17. Geburtstag muss der Arbeitgeber die Risiken Invalidität und Tod versichern. In beiden Fällen bezahlt der Arbeitgeber mindestens 50 Prozent der Beiträge.

Für die obligatorische Vorsorge der Pensionskassen gibt es nicht nur eine Unter- sondern auch eine Obergrenze: Wenn Sie mehr als 84’240 Franken pro Jahr verdienen, so sind nur diese 84’240 Franken obligatorisch versichert. Der Rest fällt in die «überobligatorische Vorsorge». Zudem gibt es einen so genannten Koordinationsabzug. Dieser beträgt 24 570 Franken und wird dem Bruttolohn abgezogen. Die Restsumme entspricht dem versicherten Lohn. Der maximal versicherbare Lohn im Obligatorium liegt also bei 59 670 Franken.

Bei Pensionskassen wird zwischen Beitragsprimat und Leistungsprimat unterschieden. Beim Beitragsprimat wird Ihre Rente aufgrund der Höhe des Alterskapitals zum Pensionierungszeitpunkt festgelegt. Je nach Alter zahlen Sie dafür während Ihres Erwerbslebens Lohnprozente von 7 Prozent, 10 Prozent, 15 Prozent oder 18 Prozent. Je älter Sie werden, desto höher sind die Pensionskassen-Beiträge, die Ihrem Lohn abgezogen werden. Im Leistungsprimat werden die Lohnabgaben aufgrund der vordefinierten Altersrente, der Leistung, ermittelt.

Die gesetzliche Grundlage für die Pensionskassen ist das Gesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG). Oft ist deshalb von BVG-Leistungen die Rede. Das heisst nichts anderes, als dass es dabei um Leistungen der beruflichen Vorsorge geht, die in diesem Gesetz geregelt sind – und nicht etwa um Leistungen der AHV oder IV, welche dieselben Risiken versichern.