Pensionskasse – Leistungsprimat 2017-04-26T06:48:32+00:00

Pensionskasse – Leistungsprimat

Das Leistungsprimat wurde vor allem bei öffentlichen Pensionskassen verwendet. Die Renten, also die Leistungen, werden zum Voraus festgelegt. Relevant ist dabei der versicherte Lohn. Dieser entspricht dem Bruttolohn abzüglich des Koordinationsabzugs (siehe Pensionskassen).

Ein Beispiel: Beträgt Ihr Bruttolohn 80’000 Franken pro Jahr, kann die Pensionskasse einen Koordinationsabzug von 24’570 Franken verrechnen. Somit liegt Ihr versicherter Jahreslohn bei 55’430 Franken. Wenn im Reglement der Leistungsprimat-Kasse angegeben ist, dass die Altersrente 75 Prozent des versicherten Lohnes beträgt, erhalten Sie eine Altersrente von 41‘572.50 Franken pro Jahr. Der Vorteil liegt auf der Hand: Der Versicherte weiss wie hoch die Rente sein wird, die er erwarten kann.

Der Nachteil des Leistungsprimates liegt in erster Linie in der Finanzierung. Für ältere Arbeitnehmer kann eine Lohnerhöhung zum Bumerang werden. Denn steigt ihr Lohn, müssen sie erhebliche zusätzliche Beträge in die Pensionskasse einzahlen. Ansonsten ist das Leistungsversprechen nicht mit genügend Kapital unterlegt. Diese notwendigen Pensionskassen-Einkäufe können ein um Vielfaches höher sein, als die Lohnerhöhung selbst. Auf Antrag des Versicherten kann jedoch meistens auf eine Leistungserhöhung verzichtet werden, wodurch sich der Zwangs-Einkauf erübrigt. Die meisten Pensionskassen sind heute nach dem Beitragsprimat organisiert.

Doch oft gibt es auch Mischformen. So kann es gut sein, dass die Altersrenten nach dem Beitragsprimat gesprochen werden, die Witwen- und Invalidenrenten jedoch nach dem Leistungsprimat. Bei dieser Mischform ist bei Tod oder Invalidität nicht das hochgerechnete Alterskapital entscheidend sondern der zuletzt bezogene versicherte Lohn.

In den letzten Jahren haben viele Pensionskassen vom Leistungsprimat zum Beitragsprimat gewechselt. Dies kann für jene Versicherten, die noch nicht pensioniert sind, von Nachteil sein. So ist es theoretisch möglich, dass mit dem Primatwechsel die spätere Rente tiefer sein wird. Die Pensionskasse muss bei einem Wechsel weg vom Leistungsprimat aber ein neues Reglement erstellen und dies durch die Vorsorgekommission bewilligen lassen. Dabei können Arbeitnehmer, die in der Vorsorgekommission sind, Einfluss nehmen.