Freizügigkeitsleistung PK 2017-04-26T06:49:21+00:00

Freizügigkeitsleistung PK

Die so genannte Freizügigkeitsleistung entspricht Ihrem angesparten Altersguthaben. Das ist jenes Guthaben, welches Sie und Ihre Arbeitgeber während Ihrer Erwerbstätigkeit in die Pensionskasse als Spareinlage einzahlen. Dazu kommen die Zinsen, welche Ihnen die Pensionskasse gutschreibt sowie allfällige freiwillige zusätzliche Freizügigkeitszahlungen, die Sie zuvor eingebracht haben. Wie hoch Ihre aktuelle Freizügigkeitsleistungen sind, steht in Ihrem Vorsorgeausweis.

Wechseln Sie die Stelle, wechselt Ihre Freizügigkeitsleistung mit. Allerdings ist die Berechnung dieser Freizügigkeitsleistung bei Pensionskassen mit Beitragsprimat anders als bei solchen mit Leistungsprimat. Im Beitragsprimat kann alles mitgenommen werden, was angespart oder eingezahlt wurde. Es entstehen keine Verluste. Im Leistungsprimat entspricht die Freizügigkeitsleistung nur dem „Barwert der erworbenen Leistungen“. Wer also mit 40 Jahren die Stelle wechselt, erhält nur jene Freizügigkeitsleistungen, welche die Pensionskasse zu diesem Zeitpunkt gemäss dem Sparplan vorrätig haben müsste. Wie dieser Barwert genau berechnet wird, muss im Pensionskassenreglement ausgeführt werden.

Nach einem Stellenwechsel muss die alte Pensionskasse Ihre Freizügigkeitsleistung innerhalb von 30 Tagen an die neue Pensionskasse überweisen. Die Frist beginnt zu laufen, nachdem die alte Pensionskasse von Ihnen alle notwendigen Informationen erhalten hat. Erfolgt die Überweisung später, gilt ein vom Bundesrat festgelegter Verzugszins von aktuell 2,5 Prozent. Die Freizügigkeitsleistung ist also Ihr persönliches Erspartes für das Alter. Im Unterschied zu Ihrem Sparkonto können Sie über die Freizügigkeitsleistung der Pensionskasse nicht frei verfügen. Entweder wird daraus nach der Pensionierung Ihre Rente finanziert, Sie verwenden es für den Erwerb eines Eigenheimes oder Sie beziehen es in bar.

Eigenheim: Die Freizügigkeitsleistung können Sie sich zum Kauf von Wohneigentum auszahlen lassen. Das geht, bis Sie 50 Jahre alt sind. Danach haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie lassen sich so viel auszahlen, wie Sie im Alter von 50 Jahren angespart hatten. Oder Sie beziehen einfach die Hälfte Ihrer aktuellen Freizügigkeitsleistung. Drei Jahre vor der Pensionierung sieht das Gesetzt keinen Vorbezug für Wohneigentum vor. Das Pensionskassen-Reglement kann dies aber dennoch erlauben. Die Freizügigkeitsleistung darf nur für den Eigenbedarf von Wohneigentum verwendet werden. Für Zweitwohnungen ist der Vorbezug nicht erlaubt. Ermöglicht werden aber wertvermehrende Investitionen und werterhaltende Renovationen, nicht aber der allgemeine Unterhalt des Eigenheims sowie Komfortsteigerungen, wie der Bau eines Swimmingpools. Weiter können Sie Freizügigkeitsleistung für den Einkauf in Wohngenossenschaften oder die Rückzahlung von Hypothekardarlehen verwenden, nicht jedoch für die Bezahlung von Hypothekarzinsen.

Bei all diesen Varianten empfiehlt es sich, die steuerlichen Aspekte zu berücksichtigen.

Barbezug vor der Pensionierung: Für die Gründung eines Unternehmens ist auch ein Barbezug der Freizügigkeitsleistung möglich. Für die Auszahlung müssen Sie nachweisen, dass Sie sich selbständig gemacht haben.

Barbezug nach der Pensionierung: Gesetzlich haben Sie einen Mindest-Anspruch auf die Auszahlung eines Viertels des Alterskapitals. Das Reglement kann jedoch auch höhere Auszahlungen vorsehen. Der Unterschied zwischen einem Freizügigkeitskonto bei einer Bank und einem Altersguthaben bei einer Pensionskasse ist, dass das Pensionskassen-Guthaben durch den Sicherheitsfonds gesichert ist. Währenddessen besteht für eine Freizügigkeitskonto einer Bank keine Absicherung. Geht die Bank in Konkurs, bleiben nur 100 000 Franken übrig. Diese Einlegerschutz-Vereinbarung gilt allerdings nur pro Kunde und nicht pro Konto.