Auszahlung Pensionskasse 2017-04-26T06:47:28+00:00

Auszahlung Pensionskasse

Auszahlungen aus der Pensionskasse sind vor der Pensionierung nur in drei Fällen möglich. Zum Zeitpunkt der Pensionierung hat aber jeder Versicherte die Wahl, sich mindestens ein Viertel seines Altersguthabens auszahlen zu lassen.

Als aktiver Erwerbstätiger haben Sie in diesen drei Fällen die Möglichkeit, sich die Pensionskasse auszahlen zu lassen:

Wenn Sie die Schweiz definitiv verlassen und in ein Land ausserhalb der EU- und der EFTA-Staaten Lichtenstein, Island oder Norwegen ziehen. Verlegen Sie Ihren Wohnsitz in einen Mitgliedsstaat der EU, können Sie nur das Überobligatorium beziehen.

Wenn Sie ein selbstbewohntes Eigenheim kaufen oder bauen.

Wenn Sie eine eigene Firma gründen und dafür Startkapital benötigen. Wenn sie jedoch eine AG oder eine GmbH gründen, können Sie kein Pensionskassenkapital beziehen. Sie gelten dann als Angestellter der AG oder GmbH und somit als Unselbstständigerwerbender.

Bei allen drei Fällen müssen Sie aber wissen, dass eine Auszahlung des Kapitals nur bis drei Jahre vor der Pensionierung möglich ist. Eine mildere Beschränkung gibt es, falls Sie bereits über 50 Jahre alt sind: Dann können Sie nur jenen Teil des Guthabens beziehen, das Sie im Alter von 50 Jahren angespart hatten oder die Hälfte Ihres aktuellen Altersguthabens.

Falls sich eine Pensionskasse in Unterdeckung befindet, kann Sie Ihnen die Auszahlung des Altersguthabens verweigern oder die Auszahlung aufschieben. Wie hoch der Betrag ist, den Sie sich auszahlen lassen könnten, entnehmen Sie Ihrem Vorsorgeausweis. Genaueres zur Auszahlung beim Kauf von Wohneigentum, bei wertsteigernden Investitionen in Ihr Eigenheim oder bei der Rückzahlung Ihres Hypothekardarlehens, erfahren Sie unter dem Stichwort Freizügigkeitsleistung.

Im Pensionierungsalter können Sie eine Teilauszahlung in bar verlangen. Mindestens ein Viertel Ihres Altersguthabens können Sie als Kapital vorbeziehen. Oftmals ist ein Teilbezug des Altersguthabens insbesondere unter steuerlicher Betrachtung äusserst interessant. Die Pensionskasse muss die Barauszahlung allerdings nicht sofort zulassen. Die Auszahlung kann bis zu maximal drei Jahre verzögert werden. Für die Einhaltung dieser Anmeldefrist ist der frühestmögliche Pensionierungszeitpunkt gemäss Pensionskassenreglement massgebend. Frauen, die bei der Pensionierung mit 64 Jahren eine Barauszahlung erhalten wollen, müssen dies oft bereits mit 61 Jahren bei der Pensionskasse anmelden. Männer mit 62 Jahren.

Viele Pensionskassen ermöglichen einen höheren Kapitalbezug als das gesetzlich vorgeschriebene Viertel. Bei den meisten Pensionskassen ist es möglich, das Altersguthaben vollständig in Kapitalform zu beziehen. Damit verzichten Sie aber auf eine Rente – und diese Entscheidung sollte gut überlegt sein. Frauen, die früh pensioniert werden, fahren aufgrund der hohen Lebenserwartung in der Regel mit einer Rente besser. Ebenfalls vorteilhaft kann eine Rente für Männer mit deutlich jüngeren Lebenspartnerinnen sein. Denn nach seinem Tod erhält die Partnerin eine Witwenrente. Umgekehrt ist der Kapitalbezug in der Regel steuerlich günstiger, da man Renten in der Mehrheit der Kantone als Einkommen versteuern muss. Eigenheimbesitzer können damit zudem Ihre Hypothekardarlehen abzahlen.